Einst tanzten die Hexen am Nägelesee (Badische Zeitung vom 05.02.2003)

Die Figur der Fasnethexe spielt im alemannischen Narrengeschehen eine dominante Rolle. Überall sind die oftmals recht grotesken Hexen und Teufelsgruppen anzutreffen. Auch die Freiburger wollten da nicht beiseite stehen und gründeten im Jahre 1963 eine Hexenzunft. Sie berufen sich dabei auf eine heimatliche Sage, nach der sich am Nägelesee und im Rotlaub früher die Hexen trafen um zu tanzen oder sich zum gemeinsamen Flug auf den nahe gelegenen Kandel zu sammeln.

Noch unsere Vorfahren mieden nachts dieses Gebiet am Fuße des Sternwaldes, weil es ihnen unheimlich war. Doch weniger das Gruseln, als vielmehr der Spaß am närrischen Umhertollen sind das Motiv der "Friburger Hexen", die mit rotem Kopftuch, grünem Mieder, weißen knielangen Spitzenunterhosen unter dem schwarzen Rock, roten gestrickten Stümpfe und geflochtenen Strohschuhen ihr Unwesen treiben. Die skurrile Holzmaske mit der langen gebogenen Nase und dreieckigen Insektenaugen wurde von Richard Fahr, dem langjährigen Insignienmeister der BNZ, entworfen. Er schuf auch die Einzelfiguren des Teufels, der die Hexen anführt. Der oberste Hexenmeister trägt eine schwarze Jacke aus vier Bergschaffellen. Seine Holzmaske zieren zwei Eberzähne. Mehrfach hat die Zunft schon ihr Vereinslokal wechseln müssen, so waren sie schon im "Elztäler Hof" und im "Goldenen Sternen" zu Hause und sind jetzt im "Ratstüble" in der Innenstadt über die Fasnet anzutreffen. Neben Manfred Hummel stand viele Jahre Peter Meneghelli (derzeit Obristzunftvogt der BNZ ) dem Narrennest vor. Seit nunmehr einem Jahr amtiert sein Sohn Andreas Meneghelli (Sonnenbergstraße 16, 79177 Freiburg ) als Zunftvogt.

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© Jochen Batsch