50 Jahre „Freiburger Hexen “Oberbürgermeister Dieter Salomon übernimmt das närrische Protektorat                (Badische Zeitung 21.01.2013

So voll war das Bürgerhaus am Seepark wohl selten wie am Freitagabend, als die Narrenzunft der „Freiburger Hexen“, die dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, dem Stadtoberhaupt den Narrenschirm überreichte.

 

Nur wenige Sitzplätze auf der Bühne für die VIPs, ansonsten freies Flanieren in den phantastisch dekorierten und zusätzlich in allen Farben vernebelten Räumen machten dies möglich. So war auch das Gedränge heftig, als die Freiburger Narrenzünfte unter den Klängen der Ranzengarde pünktlich um 20.11 Uhr einmarschierten. Nach der Begrüßung von BNZ-Oberzunftmeister Gerd Huber hatte der stimmgewaltige Münsternarr Markus J. Weber sichtlich Mühe, sich mit seinem Prolog gegen das Stimmengewirr durchzusetzen.

Stiller wurde es erst, als Schirmherr "Dieter" in der Hexenchaise vor den Narrenthron gefahren wurde und er widerwillig, aber fügsam alles gelobte, was die Narren von ihm wollten. Selbst den Schlüssel des Rathauses war er bereit, am "Schmutzige Dunschdig" in die Narrenhände zu übergeben. Ein Procedere, das dem Stadtoberhaupt inzwischen längst geläufig ist, da er es dieses Jahr bereits zum elften Male über sich ergehen lässt.

Gespannt waren alle, was die Hexen als besonderes Gastgeschenk (sprich: Gäg) für den Protektor vorbereitet hatten. Und es fiel tatsächlich aus dem Rahmen des Üblichen, bestand es doch tatsächlich nur aus einem leeren Bilderrahmen (mit rotem Hintergrund): Hexenzunftvogt Andreas Meneghelli erklärte dazu, dass der Künstler das vorgesehene Bild aus gesundheitlichen Gründen noch nicht habe fertig malen können. Als dann auch noch Gotti (Lalli) und Getti (Fasnetrufer) ebenfalls mit einem provisorischen Geschenk für ihr Patenkind anrückten, war klar, dass die diesjährige Fasnet viel zu schnell und zu kurz über die Narren hereinbricht. Auch sie präsentierten als "Platzhalter" einen Bilderrahmen, der immerhin erahnen ließ, dass das von ihnen in Auftrag gegebene Schnitzwerk ein Unikat werden wird.

 

Bereits um 21.30 Uhr hatten zwei Hexendamen den schirmbewehrten Oberbürgermeister wieder an seinen Platz zurückgebracht und der Saal einschließlich Foyer gehörte von da an bis in die frühen Morgenstunden dem närrischen Fußvolk. Bei gutem Essen, Trinken, Tanzen, Lachen und Fröhlichsein vergingen die Stunden im Nu. Die närrische Zeit ist gekommen, genau wie der Winter, den die Narren ja angeblich mit ihrem Lärm vertreiben wollen.

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© Jochen Batsch